Eloralintid - Abnehmspritze mit anderem Wirkprinzip
Eli Lilly hat mit Eloralintid einen selektiven Amylin-Rezeptor-Agonisten für die Behandlung von Adipositas in der Pipeline.
Die Betazellen der Bauchspeicheldrüse produzieren neben Insulin auch das Peptidhormon Amylin. Dieses spielt eine wichtige Rolle bei der Blutzuckerregulation, indem es die Magenentleerung verlangsamt und das Sättigungsgefühl steigert – ein Ansatz, der auch für die Entwicklung von Antiadipositas-Medikamenten genutzt wird.
Der Wirkstoff Pramlintid (Symlin von AstraZeneca) ist ein synthetisches Analogon von Amylin und in den USA bereits als Zusatztherapie zu Insulin bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes zugelassen. Ein weiteres Amylin-Analogon ist Cagrilintid von Novo Nordisk, das derzeit in Kombination mit dem GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas getestet wird.
Weniger bekannt ist bislang der Wirkstoffkandidat Eloralintid von Eli Lilly, ein selektiver Amylin-Rezeptoragonist. Ende 2025 wurden im Fachjournal Lancet die Ergebnisse einer randomisierten, placebokontrollierten Phase-II-Studie veröffentlicht. Die 48-wöchige Studie untersuchte 363 Erwachsene ohne Diabetes, aber mit einem BMI ≥ 30 kg/m² oder ≥ 27 kg/m² plus mindestens einer gewichtsassoziierten Begleiterkrankung wie Hypertonie oder Dyslipidämie. Die Teilnehmer erhielten einmal wöchentlich subkutane Injektionen von Eloralintid in unterschiedlichen Dosierungen.
Ergebnisse: Eloralintid führte nach 48 Wochen zu einem signifikanten, dosisabhängigen Gewichtsverlust im Vergleich zu Placebo. Bei höheren Dosierungen (9 mg pro Woche oder Dosiseskalation von 6 auf 9 mg) betrug der durchschnittliche Gewichtsverlust rund 20 % des Ausgangsgewichts. In der Placebogruppe lag die Veränderung bei lediglich –0,4 %. Häufige Nebenwirkungen waren Übelkeit und bei höheren Dosierungen zusätzlich Fatigue.